Selten war die Solidarität derart auf die Probe gestellt wie heute. Menschen, die sich für die Schwächsten einsetzen, stehen unter Druck. Trotzdem bleibt die KAB Schweiz eine Verbündete von Brücke Le Pont im Kampf für faire Arbeit auf der Welt.
Klimakrise, Kriege, Ungleichheit: Die Herausforderungen, mit welchen Milliarden Menschen auf der Welt konfrontiert sind, sind nicht neu. Doch sie spitzen sich zu. Gerade als Entwicklungsorganisation sind wir täglich Zeugin davon. Wir sehen sie, wenn wir auf einem Feld in Zentralbenin mit dem Bauer Symphorien Denonkpo sprechen, der wegen der Klimakrise seine gesamte Ernte verloren hat. Auch sehen wir, wie weiter im Norden des Landes radikale Gruppen unsere Projektregion destabilisieren.
Sie stossen aus Burkina Faso und Niger nach Benin vor, machen sich Armut und Hoffnungslosigkeit ebenso zunutze wie der Rückzug reicher Industrienationen. Diese vergessen, dass Sicherheitspolitik nicht nur Panzer und Kampfflugzeuge beinhaltet, sondern auch das Einstehen für Demokratie und Menschenrechte auf der Welt.
Spürbare Solidarität
Wir sehen die Herausforderungen auch in unserer Arbeit in Zentralamerika. So gerät unser Programm durch die Abschiebepolitik der aktuellen US-Regierung zunehmend unter Druck. Viele Menschen aus der Region arbeiten in den USA und schicken einen Grossteil ihrer Löhne zurück zu ihren Familien. So lindern diese Menschen die Armut in ihren Herkunftsländern. Entsprechend sagt Carmen Urquilla, Projektleiterin unserer Partnerorganisation Ormusa in El Salvador: «Die US-Abschiebepolitik ist für die Region katastrophal. Wir brauchen eine Politik, die nicht die Angst, sondern das Leben in den Mittelpunkt stellt.»
Die Herausforderungen in der Entwicklungszusammenarbeit sind gewaltig, der Gegenwind gross. Das alles lässt sich nicht allein bewältigen. Hier zeigt sich der Wert von Organisationen wie der KAB Schweiz. Es tut gut, zu wissen, dass ihre Mitglieder unsere Verbündete sind im Kampf für faire Arbeit in unseren Programmländern. Wir beobachten dies, wenn KAB-Mitglieder uns auf unserer Geschäftsstelle besuchen, wir ihren Tatendrang spüren und sie Energie und Inspiration in unsere Arbeit einhauchen. Wir sehen die Wichtigkeit der KAB ebenso beim Durchstöbern der Zeitungen von der Zentralschweiz bis in die Ostschweiz, wenn in Kurzmeldungen erwähnt wird, wie Menschen in Gottesdiensten Geld für die Projekte von Brücke Le Pont gesammelt haben.
Teil einer Idee
Für uns ist dies alles andere als eine Randnotiz. Die finanzielle Situation in der Entwicklungszusammenarbeit ist prekär, Spenden sind entsprechend von grosser Wichtigkeit. So spüren wir die Solidarität mit uns und den Menschen aus unseren Programmländern auch mit jedem Honig, der verkauft wird.
Die KAB Schweiz steht für eine Idee, welche so sehr unter Druck steht wie selten zuvor. Die Idee, sich solidarisch mit den Schwächsten zu zeigen. Deshalb braucht es die KAB Schweiz.
Pascal Studer, Brücke Le Pont